Wie japanischer Knöterich den Hauswert beeinflussen kann

Viele Organisationen haben ohne Glyphosat einen schweren Stand, da alternative Methoden kosten- und zeitintensiver sind und vor Ort nicht ohne Auswirkungen bleiben

Japanischer Knöterich ist sehr invasiv. Er breitet sich schnell aus, wächst sehr hoch und besitzt stark wuchernde Wurzeln. Er hält Sonnenlicht ab und schädigt Betonfundamente sowie Ziegelmauern.

Als sich die Pflanze auf einem Bahndamm in Wales ausbreitete und auf nahegelegene Grundstücke übergriff, wurden zwei Hauseigentümer aktiv.

In einem David-gegen-Goliath-Szenario brachten die Nachbarn Robin Waistell und Stephen Williams aus Maesteg die größte Eisenbahngesellschaft des Vereinigten Königreichs, Network Rail, vor Gericht. Sie erstritten eine Entschädigung für den Rückgang des Wertes ihres Eigentums, der durch den Knöterichbefall verursacht wurde, weil Network Rail den Knöterich nicht mit einem Unkrautvernichter behandelt hatte. Network Rail hat Berufung gegen die Entscheidung eingelegt.

Der Protokollführer notierte, dass der Knöterich, der von Network Rail vier Jahre lang nicht behandelt wurde, zu einem Wertverlust am Eigentum von Waistell und Williams führte. Ihnen wurde daher eine Entschädigung von 10.500 £ für die Minderung des Eigentumswertes und von 5.000 £ für die Kosten zur Entfernung des Knöterichs zugesprochen.

Williams sagte: „Ich weiß, es ist ein Sieg, aber es fühlt sich nicht so an. Der Knöterich wächst immer noch an der Rückseite meines Hauses und mehrere Kilometer entlang der Gleise. Der Richter hat angeordnet, dass Network Rail ihn bekämpfen muss. Aber bis dahin kann ich mein Haus aufgrund des Wertverlusts nicht verkaufen.“

„Der Richter hat angeordnet, dass Network Rail den Knöterich bekämpfen muss. Aber bis dahin kann ich mein Haus nicht verkaufen.“

Stephen Williams, Hausbesitzer aus Maesteg, Wales

Das Ausmaß des Problems

Für die Eisenbahngesellschaft mit einem Netz von über 32.000 Kilometern in England, Schottland und Wales könnte das Gerichtsurteil einen Präzedenzfall im Wert von mehreren Millionen Pfund darstellen für die Schäden, die Tausenden von Hausbesitzern dadurch entstanden sind, dass das Unternehmen die Ausbreitung des Unkrauts auf die Nachbargrundstücke nicht verhinderte.

Der Anwalt von Network Rail, Andy Creer, sagte: Network Rail hat ein Streckennetz von Tausenden von Kilometern im ganzen Land, und es gibt eine kaum bezifferbare Anzahl von Personen, denen angrenzende Grundstücke gehören. Dieses Urteil hat erhebliche Auswirkungen auf die Erfüllung unserer primären Pflichten, den sicheren Betrieb des Schienennetzes sicherzustellen.“

Der Anwalt von Williams, Samantha Towle von JMP Solicitors, sagte: „Jeder Hausbesitzer sollte in der Lage sein, sein Haus zu einem angemessenen Wert zu verkaufen. Aber Hypotheken-Unternehmen im Vereinigten Königreich beleihen nicht gerne Grundstücke, bei denen Knöterich innerhalb von sieben Metern von der Grundstücksgrenze wächst. Unser Klient musste erkennen, dass der Wert seines Hauses – ohne eigenes Verschulden – durch den in der Nähe wachsenden Knöterich erheblich beeinträchtigt wird.“

Die Meinung eines Experten

Wie JMP Solicitors ist auch Waistells Anwaltskanzlei, Charles Lyndon, spezialisiert auf Knöterich-Prozesse. Sie zog das Umweltberatungsunternehmen Phlorum hinzu, um ein Gutachten zum Fall in Südwales zu erstellen.

Paul Beckett, Mitbegründer von Phlorum und ein Spezialist für die Behandlung des japanischen Knöterichs, sagte: „Wir konnten einen starken Befall mit japanischen Knöterich entlang der Gleise feststellen, der bereits seit sehr langer Zeit vorliegen muss.

In diesem Fall wurden Glyphosat-basierte Unkrautvernichter in zu geringem Umfang und zu spät in der Saison gesprüht. Das Ergebnis ist, dass die Hausbesitzer im Sommer einen wahren Knöterichwald vor ihren Fenstern haben.“

Er fügte hinzu: „Glyphosat-basierte Unkrautmittel sind sicher, kostengünstig und effektiv im Kampf gegen Japanischen Staudenknöterich. Die Alternative wäre ein vollständiger Erdaushub, was sehr teuer werden würde.“

 

Warum Glyphosat so wichtig ist

Tom Payne, Managing Director bei TP Knotweed Solutions und Branchenexperte, bekräftigt die Hoffnung seiner Branche, auch in Zukunft Glyphosat einsetzen zu können.

Payne sagte: „Wenn die Klage gegen Network Rail letztlich erfolgreich ist, hat das Unternehmen ein großes Problem, da viele der Strecken, insbesondere um London, vom japanischen Knöterich befallen sind.

„Wir bieten Aushubservices für Immobilienentwickler an. Und Glyphosat ist das von uns bevorzugte Herbizid zur Bekämpfung von Unkrautbefall.“

Ohne effektive Herbizide könnten Network Rail und viele Grundeigentümer immer größeren Schadensersatzansprüchen gegenüberstehen, wenn das Unkraut auf ihrem Land auf die Grundstücke ihrer Nachbarn übergreift und dort Schäden verursacht.