Kommt Glyphosat in unserer Nahrung vor und ist das von Bedeutung?

Wir beantworten einige häufig gestellte Fragen zu Glyphosat und zur Nahrungskette

Ist Glyphosat in alltäglichen Nahrungsmitteln enthalten?

Glyphosat kann manchmal in Nahrungsmitteln enthalten sein, wurde aber bisher nur in sehr kleinen Mengen in nur 12 Prozent der europäischen Nahrungsmittel nachgewiesen, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) getestet hat*. Zur Klarstellung: die manchmal in Nahrungsmitteln nachgewiesenen Glyphosat-Rückstände wurden in sehr kleinen Mengen nachgewiesen, die ungefähr wenigen Wassertropfen in einem olympischen Schwimmbecken entsprechen.

Potenziell giftige Substanzen werden erst zum Problem, wenn sie in entsprechend hohen Konzentrationen vorliegen. Die EU-Mitgliedsstaaten haben diese Konzentrationsgrenze für Glyphosat bei Menschen auf 0,5 Teile pro Million festgelegt**. Auf Grundlage der winzigen Mengen, in denen Glyphosat manchmal in Nahrungsmitteln vorkommt, müsste eine Person unglaubliche Mengen konsumieren, um dadurch potenziell gefährdet zu sein.

Sie könnten Ihr gesamtes verbleibendes Leben lang alle 24 Stunden 450 Kartons Cornflakes essen, ohne dass die Glyphosat-Belastung die durch die EFSA als sicher eingestuften Werte überschreiten würde.

Spuren von Glyphosat können auch in Brot und Bier vorkommen, aber eine neue Studie durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat ergeben, dass ein Erwachsener an einem einzigen Tag 1.000 Liter Bier trinken müsste***, um Risiken durch die Rückstände ausgesetzt zu sein.

Ist Glyphosat für Menschen giftig?

Glyphosat wirkt auf einen Enzympfad, der bei Menschen und Tieren nicht vorkommt. Unser Körper verarbeitet Glyphosat nicht.Es wird nicht gespeichert und wird schnell ausgeschieden****. Das ist ein Grund für die geringe Toxizität von Glyphosat.

Glyphosat ist tatsächlich ca. halb so giftig wie Speisesalz und ca. 25-mal weniger giftig als Koffein. Auf Grundlage der größten Datenbanken, die jemals zu einem Landwirtschaftsprodukt erstellt wurden, sind die EU, das Joint Meeting on Pesticide Residues der WHO/FAO und die Environmental Protection Agency der USA (US-EPA) zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat für die Reproduktion und die Entwicklung von Säugetieren nicht schädlich ist.

Wie wird es überwacht und getestet?

Alle Pflanzenschutzmittel, die zur legalen Nutzung in der EU registriert sind, werden gründlich geprüft. Dabei werden die chemischen Eigenschaften der Substanz, ihr Einfluss und Verhalten in der Umwelt und ihre Effekte auf Nichtzielpflanzen, -tiere und -mikroorganismen getestet. In weiteren Tests werden mögliche Einflüsse auf die Lebensmittelsicherheit untersucht. Unter anderem werden toxikologische Studien an Säugetieren und Rückstandsanalysen durchgeführt. Auf Grundlage von über 200 toxikologischen Studien hatte die EFSA Glyphosat 2002 für 10 Jahre zugelassen. Seit 2012 wird es nun erneut bewertet.

Gibt es Grund zur Sorge?

Glyphosat gibt es seit über 40 Jahren. Es ist eine der am meisten getesteten und untersuchten Verbindungen in der Geschichte der Wissenschaft. Zusätzlich zur strengen Zulassungsprozedur in der EU haben Aufsichtsbehörden in über 160 Ländern Glyphosat zur Nutzung freigegeben.

Auch wenn wichtige Studien weiter die Sicherheit des Wirkstoffs bestätigen, behaupten manche Studien, Sicherheitsbedenken entdeckt zu haben. Negative Effekte wurden bisher aber nicht durchgängig beobachtet oder unter realistischen Bedingungen, die bei Menschen auftreten würden, nachgewiesen. Bei all den online verfügbaren Informationen ist es wichtig, dass unabhängige Wissenschaftler die Richtigkeit und Relevanz dieser Behauptungen prüfen. Die Untersuchungen, die Organisationen wie die EFSA bei ihren wissenschaftlichen Beurteilungen verwenden, werden durch kritische Peer-Reviews überprüft, und die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist der Meinung, dass es sicher ist, Glyphosat in der Lebensmittelproduktion einzusetzen.

Quellen:

* EFSA: The 2012 European Union Report on pesticide residues in food (2014)

**EFSA: EFSA explains risk assessment Glyphosate (2015)

***BfR: Provisional assessment of glyphosate contents in beer (Februar 2016)

****EXTONET: Profil für Glyphosat (Mai 1994)

Links zu weiteren Ressourcen zu diesem Thema:

Bericht zur Lebensmittelsicherheit der WHO

Monsantos Verantwortlichkeit gegenüber dem internationalen Krebsforschungszentrum IARC

Verdauung/Aufnahme